Die 5 häufigsten Hundeerkrankungen: Physiotherapie hilft!

Die Vielfalt an Erkrankungen, unter denen Hunde leiden können, ist groß – von organischen Erkrankungen, über Probleme mit dem Bewegungsapparat, Nervenerkrankungen bis hin zu seelischen Problemen.

Darum geht’s in diesem Beitrag

In diesem Beitrag stelle ich die fünf häufigsten körperlichen Einschränkungen vor, die ein Hund haben kann und die sehr gut mit Physiotherapie behandelbar sind. Die meisten dieser Erkrankungen sind angeboren und tragen über die Zeit meist dazu bei, dass der Hund chronische Schmerzen entwickelt. Letzterem kann man besonders mit einer Kombination aus einer passenden Schmerzmedikation und Physiotherapie entgegenwirken. Eine gute Physiotherapeutin wird außerdem Hausaufgaben mitgeben, die die Wirkung der Therapie zwischen den Behandlungen verlängern.

Platz fünf bis eins der wichtigsten Erkrankungen in der Hundephysiotherapie

Pattellaluxation (Platz fünf)

Platz fünf in der Rangliste belegt die Patellaluxation, eine Erkrankung des Knies, bei der die Kniescheibe herausspringt. Hier wird zwischen vier verschiedenen Graden der Luxationshäufigkeit unterschieden. Bei den ersten Graden springt die Kniescheibe meist von allein wieder in ihre angestammte Position, bei den letzten beiden Graden erfolgt das nicht mehr. Typisch ist die Patellaluxation bei kleinen Hunden. Das typische Gangbild des Hundes reicht von kurzem dreibeinigem Lauf, wo die Kniescheibe nach ein paar Schritten wieder in ihre Führungsrinne gleitet bis zum Laufen mit dauerhaft gebeugten Hinterbeinen, die gar nicht mehr durchgestreckt werden können, weil die Kniescheibe dauerhaft herausgesprungen ist. Letzteres sorgt auch dafür, dass der Hund mit deutlich verkürzten Schritten tippelt.
Diese Erkrankung muss zumeist bei den Graden drei und vier operativ behandelt werden. Bei allen Graden ist jedoch die Physiotherapie wichtig, um die Folgeschäden durch etwaige Fehlhaltungen gering zu halten. Dazu wird die umliegende Muskulatur erst durch manuelle Therapie gelockert und entschmerzt, um dann durch aktive Bewegungstherapie die Muskulatur so aufzubauen, dass die Kniescheibe fester in ihrer Führungsfuge sitzt.

Ellenbogendysplasie (Platz vier)

Auf Platz vier der fünf häufigsten Erkrankungen beim Hund, die von Physiotherapie profitieren, ist die Ellenbogendysplasie (auch ED abgekürzt). Die Ursachen für diese Erkrankung werden in einer Kalziumüberversorgung in den ersten fünf Lebensmonaten, eines zu schnellen Größenwachstums und zu schneller Gewichtszunahme, zu schnellem Muskelzuwachs, Fehlernährung oder umphysiologischer Gelenkbelastung während der Wachstumsphase vermutet. Meist sind die Ellenbogen auf beiden Seiten betroffen. Eine ED lässt sich mit einem Röntgenbild schon zwischen dem fünften und sechsten Lebensmonat feststellen. Je nach Ausprägung der Ellenbogenerkrankung sind unterschiedliche Einschränkungen festzustellen, die von einer anfänglichen Lahmheit zu Beginn des Spaziergangs über Lahmheit über längere Strecken bis hin zu einer Schmerzhaftigkeit bei Bewegung des Gelenks mit Knirschgeräuschen.
In der Physiotherapie wird mit manueller Therapie vor allem die Muskulatur gelockert und sie anschließend mit aktiven Übungen gezielt zu stärken.

Altersbedingte Beschwerden (Platz drei)

Wir als Menschen kennen es auch, im Alter haben wir mehr Zipperlein, sind in den Gelenken nicht mehr so geschmeidig wie in jungen Jahren und bauen Muskulatur schneller ab. Auch den Hunden geht das so. Deshalb sind altersbedingte Beschwerden auf Platz drei.
Um diesen entgegenzuwirken und so lange wie möglich eine gute Beweglichkeit und Kraft zu erhalten und damit Verletzungen vorzubeugen, arbeitet die Physiotherapie beim alternden Hund mit dem passiven Durchbewegen der Gelenke und angepasster, aktiver Bewegungstherapie für Muskelerhalt.

Arthrose (Platz zwei)

Viele von Ihnen kennen diese Erkrankung wahrscheinlich, vielleicht auch von Ihrem eigenen Körper: Platz zwei nimmt die Arthrose ein. Arthrose tritt immer dort auf, wo ein Gelenk schon länger eine Störung aufweist. Das kann z. B. bei Erkrankungen wie der Ellenbogendysplasie ein. Dabei wird über die Zeit das Gelenk umgebaut und knöcherne Auswüchse werden gebildet. Dabei ist meist die Arthrose selbst nicht schmerzhaft, sondern die Muskulatur, die schon länger versucht, das gestörte Gelenk so festzuhalten, dass es nicht mehr schmerzt, was aber zumeist die Fehlstellung verschlimmert und damit die schmerzhafte Muskulatur noch weiter belastet.
Ziel der Physiotherapie ist hier zu allererst, die Schmerzen durch Thermotherapie und lockernde Muskulaturmassage. Danach wird die Gelenkbeweglichkeit soweit möglich wiederhergestellt, in dem das betroffene Gelenk passiv bewegt wird und die entsprechende, unterstützende Muskulatur aufgebaut wird.

Hüftgelenksdysplasie (Platz eins)

Den Platz eins vergebe ich an die Hüftgelenksdysplasie (HD abgekürzt), an der leider viele mittelgroße und große Hunde leiden. Dabei handelt es sich um eine Fehlbildung des Hüftgelenks, bei dem Oberschenkelhalskopf und Hüftpfanne nicht komplett zueinander passen. Häufig tritt die HD beidseitig auf.
Hunde können schon ab dem 4. Lebensmonat Symptome zeigen, zu denen hasenartiges Hüpfen, ein Verweigern von Spielen oder ins Auto springen, Ausdauerprobleme beschwerliches Treppensteigen, vieles Sitzen (vermehrt auf einer Seite) als auch Mühe beim Aufstehen und am Morgen in den Tritt zu kommen. Tritt eines dieser Symptome bei einem jungen Hund auf, ist die Vorstellung bei einer Tierärztin oder einem Tierarzt nötig, wo per Röntgen festgestellt wird, ob eine HD vorliegt und wie stark diese ausgeprägt ist.
Eine begleitende Physiotherapie ist bei HD unbedingt angebracht, denn sie stellt Schmerzfreiheit und Gelenkbeweglichkeit her. Außerdem geht es darum, die Muskulatur gezielt zu stärken, sodass die Fehlstellung des Gelenks durch die Muskulatur ausgeglichen werden kann, ohne diese zu überlasten. Da ein Hund auf vier Beinen unterwegs ist, hat eine Hüftgelenksdysplasie, wenn sie unbehandelt bleibt, immer auch Auswirkungen auf den restlichen Körper des Hundes, der die verminderte Belastung des/der Hüftgelenk(e) versucht auszugleichen und in Folge dessen schmerzhaft verspannt.

Meine Arbeitsweise vorgestellt

Weitere Informationen zu den Behandlungsmethoden der Physiotherapie können Sie auf der Unterseite „Meine Arbeitsweise“ nachlesen. Gern unterstütze ich Sie dabei, dass es Ihrem Hund trotz Erkrankungen gut geht und er beweglich und lebensfroh bleibt. Dabei liegen mir die unsicheren, sensiblen und ängstlichen Hunde besonders am Herzen, für die ich die Physiotherapie mit Medical Training kombiniere. Mehr dazu erfahren Sie auf der Unterseite „Behandlungsablauf“.

Bei Fragen zögern Sie bitte nicht, mich zu kontaktieren! Meine Kontaktdaten finden Sie ganz unten auf der Seite.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Hund geruhsame und entschleunigende Feiertage und einen ruhigen und entspannten Jahreswechsel!

Ihre Judith Wiemers

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